Gletscherschlucht Grindelwald - Besichtigung und Canyon Swing

Travel Guide

Eine einzigartige Erlebnis- und Abenteuerwelt ergänzt die Besonderheit der zum UNESCO-Weltnaturerbe gehörenden Gletscherschlucht Grindelwald.

Lage und Anfahrt zur Gletscherschlucht Grindelwald

Die Gletscherschlucht Grindelwald zeigt sehr eindrücklich den Rückgang des Unteren Grindelwaldgletschers. Als Teil des UNESCO-Weltnaturerbes Schweizer Alpen Jungfrau-Aletsch bedeckte der Gletscher einst die Schlucht vollkommen mit Eis.

  • Die Gletscherschlucht mit ihren 300 Meter hohen Felswänden wurde erst mit dem Rückgang des Unteren Grindelwaldgletschers sichtbar.
  • Hoch über der Schlucht ist ein begehbares Spidernetz gespannt.
  • Beim beliebten Canyon Swing springen Adrenalinjunkies fünfzig Meter tief in die Schlucht

Lage und Anfahrt zur Gletscherschlucht Grindelwald

Die Gletscherschlucht Grindelwald liegt in direkter Nähe zu Grindelwald. Sie ist vom Ort aus in etwa dreissig Minuten zu Fuss erreichbar.

Anreise mit dem Auto

Ab Interlaken fährt man mit dem Auto über Matten auf die Gsteigstrasse. Von hier aus geht die Fahrt via Wilderswil, Gündlischwand und auf der Stegmatte weiter über das Lütschental nach Burglauenen. Die Grindelwaldstrasse wird im Kreisverkehr über die erste Ausfahrt verlassen. Über die Grundstrasse erreicht man D'Linia, die direkt zur Gletscherschlucht führt. Ein grosser Parkplatz befindet sich auf der rechten Seite. Die Fahrzeit ab Interlaken beträgt etwa eine halbe Stunde. Die Adresse für das Navi lautet Gletscherschlucht 1, 3818 Grindelwald.

Anreise mit dem Öffentlichen Verkehr

Ab Interlaken Ost fahren die Berner Oberland Bahnen eine reichliche halbe Stunde bis Grindelwald Bahnhof. Ab hier benötigt der Grindelwaldbus Linie 122 etwa eine Viertelstunde. Mit dem ÖV benötigt man ab Interlaken etwa eine Stunde.

Sehenswerte und einzigartige Gletscherschlucht Grindelwald

Der Grosse Aletschgletscher mit mehr als 22 Kilometern Länge, der Aletschwald und die umliegenden Regionen wurden im Dezember 2001 zum UNESCO Weltkulturerbe "Schweizer Alpen Jungfrau-Aletsch" ernannt. Dazu gehört auch die Gletscherschlucht Grindelwald.

Die Gletscherschlucht selbst wurde erst durch den allmählichen Rückgang des Gletschers sichtbar. Die jahrhundertelangen Bewegungen des Eises formten die Schlucht. Sie schufen eine einzigartige Landschaft mit sehr steilen und dennoch abgerundeten Felswänden. Ganz unten in der Schlucht fliesst die Lütschine und transportiert geschmolzenes Gletscherwasser. Der Fluss fliesst sehr schnell und tosend, je nach dem Umfang der Gletscherschmelze. In der Gletscherschlucht weht immer ein leichter Wind. Die einzigartigen Lichtverhältnisse machen einen Besuch zu einem eindrücklichen Erlebnis.

Der wildromantische Charakter der Gletscherschlucht wird durch Wasserfälle der weissen Lütschine verstärkt, die zwischen den hohen Felswänden tosend nach unten stürzt.

Preise und Öffnungszeiten der Gletscherschlucht Grindelwald

Die Gletscherschlucht Grindelwald ist in der Zeit von Mai bis Mitte November begehbar, auch bei schlechtem Wetter.

Preise

EintrittCHF
Erwachsene19,00
Gruppen ab 10 Personen17,00
mit Regional Pass Berner Oberland14,00
Kinder unter 6 Jahregratis
Kinder 6-16 Jahre10,00
Schulklassen ab 10 Personen9,00

Öffnungszeiten

vonbis
täglich09:30 Uhr18:00 Uhr
freitags09:30 Uhr22:00 Uhr

Für Gruppen ab 10 Personen wird die Schlucht auch ausserhalb der Öffnungszeiten als “Early Morning” – oder “Late Night” geöffnet. Kontakt per Telefon unter +41 33 854 12 80.

Aktivitäten in der Gletscherschlucht Grindelwald

Neben einer kleinen Wanderung mit Besichtigung der Schluchtenlandschaft sind weitere Aktivitäten möglich. Beispielsweise kann über die Felsen und über das Spinnennetz geklettert werden. Für Adrenalinjunkies gibt es organisiertes Canyon Swing.

Zu den Aktivitäten gehören:

  • Besichtigung
  • Klettern
  • Canyon Swing

Besichtigung der Grindelwalder Gletscherschlucht

Die Gletscherschlucht ist über Felsgalerien, Steige und Tunnel begehbar. Die einzelnen Abschnitte der etwa einen Kilometer langen Schlucht wurden in verschiedene Themenwelten eingeteilt. Insgesamt sechs Bereiche vermitteln Wissenwertes über die Geschichte und Entstehung der Schlucht. Die Geologie, der Gletscher sowie das entstehende Wasser und seine Kraft werden ausführlich erklärt. Geschichten über die Mythen ergänzen die Informationen anschaulich auf grossen Tafeln.

Der Weg führt auf hölzernen Wegen an den Felsen und am Boden der Schlucht entlang. Er führt durch mehrere Tunnel und immer geht der Blick auf die bis zu 300 Meter hoch und steil aufragenden Felswände auf beiden Seiten. Die Gletscherschlucht gehört zu den eindrucksvollsten Wanderzielen der Schweiz.

Die Länge der begehbaren Schlucht beträgt etwa einen Kilometer. Sie ist auch für Kinder unter Aufsicht gut geeignet, jedoch nicht für Kinderwägen und Rollstühle. Alle Wege sind durch Metallgeländer sehr gut gesichert und bei jedem Wetter zugänglich. Festes Schuhwerk und warme Jacken sind auch im Sommer angebracht, da in der Schlucht Temperaturen um 10 Grad Celsius herrschen.

Klettern durch die Gletscherschlucht Grindelwald

In der Gletscherschlucht Grindelwald wurde ein riesiges Spinnennetz montiert. Die Netzkonzentration umspannt eine Fläche von 170 Quadratmetern. Das blaue grobmaschige Netz "Spiderweb" wurde etwa sieben Meter oberhalb der oftmals tosenden Lütschine montiert. Auf dem Netz kann man gefahrlos laufen oder kraxeln und die Balancesicherheit austesten. Besonders eindrucksvoll wird das Netz durch mehrere Spots, die es in verschiedenen Farben anstrahlen.

Klettern an einzelnen Felsen in der Schlucht ist ebenfalls beliebt. Dafür steht ein Klettergarten zur Verfügung. Auf grauen Platten geht es meist über glattgeschliffene runde Griffe nach oben. Alle Touren sind gut abgesichert und für Ausflüge mit der ganzen Familie geeignet. Farbige Plättlireihen zeigen den Weg. Für Anfänger ist es hier möglich, die Seilhandhabung zu üben und sich an eine Mehrseillängentour zu wagen. In alpinem Gelände erfordert das Begehen immer eine gute Kondition und seriöse Vorbereitung sowie gute technische Kenntnisse in diesem alpinen Sport. Geführte Adventure-Angebote sind daher gerade für Anfänger und Familien ein sehr guter und sicherer Einstieg.

Canyon Swing in die Gletscherschlucht Grindelwald

Die Absprungstelle befindet sich auf einer Plattform etwa neunzig Meter über der Gletscherschlucht. Gesprungen wird etwa fünfzig Meter nach unten. Da das Seil am Körper befestigt wird, springt man nicht wie beim Bungee Jumping kopfüber. Gesprungen wird mit den Beinen zuerst. Beim Sprung und dem anschliessenden Ausschwingen erreicht man Geschwindigkeiten bis zu 120 Kilometer pro Stunde. Das Seil bremst den freien Fall dann knapp über dem Fluss. In einer Pendelbewegung schwingt man mehrmals durch die Schlucht.

Diese Aktivität wird von lokalen Anbietern mit professionellen Guides durchgeführt. Der Canyon Swing kann ab einem Alter von vierzehn Jahren und bis zu einem Gewicht von maximal 120 Kilogramm ausgeübt werden.

Gasthaus Gletscherschlucht Grindelwald

Das Gasthaus Gletscherschlucht Grindelwald steht unmittelbar neben dem Eingang zur Gletscherschlucht. Das Restaurant ist mittwochs bis montags von 09:30 – 19:00 Uhr geöffnet. Es bietet lokale Spezialitäten an. Dazu gehören Käsefondue, Rösti und ähnliche Gerichte. Im Gasthaus werden Doppel- und Familienzimmer zur Übernachtung angeboten.

Entstehung der Grindelwalder Gletscherschlucht

Die Gletscherschlucht Grindelwald entstand durch den Unteren Grindelwaldgletscher. Dieser Gletscher gehörte zu den grössten der Schweizer Gletscher. Er floss mit der Kleinen Eiszeit um 1500 über die Gletscherschlucht hinweg in das Tal von Grindelwald. Um 1600 musste sogar ein Teil des Dorfes verlegt werden, da es vom Gletscher bedeckt wurde.

Erst zur Mitte des 18. Jahrhunderts zog sich der Gletscher wieder über die Schopffelsen zurück. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts stiess der Gletscher erneut vor und erreichte den Talboden an der Stelle des heutigen Hotels „Gletscherschlucht“. Das Eis wurde bis zum Ersten Weltkrieg abgebaut und als Kühlmittel verwendet. Das Ende des Gletschers bestand aus spektakulären Eistürmen, die schon ab 1900 Touristen zum Gletscher lockten.

Seit dieser Zeit zog sich der Gletscher zurück, aber noch gegen 1950 wurde auf ihm Ski gefahren. Heute ist in der Gletscherschlucht kein Eis mehr vorhanden.