Schlittenfahren

Das Schlittenfahren oder Schlitteln, wie es die Schweizer nennen, ist wohl die beliebteste Winterbeschäftigung für Jung und Alt. Was gibt es auch schöneres als blitzschnell die schneebedeckten Berge hinunterzudonnern und dabei die atemberaubende Landschaft geniessen zu können?

Ein Winterspass, der für jedes Alter geeignet ist! In den Schweizer Bergregionen erwarten dich die unterschiedlichsten Pisten und Wege, die du mit verschiedenen Schlittenmodellen heruntersausen kannst. Ob Nachtschlitteln, extra Schlittelpisten oder Schlittelparks: Schlitteln in der Schweiz garantiert einen spassgeladenen Tag für Freunde und Familie.

Oft wird das Schlitteln mit einem Schlittelplausch bei einem guten Fondue oder einer grillierten Wurst beendet. Restaurants gibt es in der Nähe beinahe jeder Schlittelbahn.

Schlitteln by fa

Müssen beim Schlitteln Regeln beachtet werden?

Ja, fast alle Schlittelbahnen haben eigene Sicherheitshinweise. Falls du ein eigenes Schlittelgerät mitnimmst, erkundige dich bitte vorher, ob dies erlaubt ist. Viele Bahnen lassen nur Schlitten und Rodel aus Holt zu. Daneben gibt es aber auch Bahnen, die ausdrücklich Plastikbobs, Airboards oder Skigibel zulassen. Auch dürfen auf vielen Schlittelpisten Kinder nur in Begleitung Erwachsener oder älterer Geschwister rodeln.Beachte bitte auch den Tab Sicherheitsregeln.

Kann ich an den Pisten ein Schlittelgerät mieten?

Fast alle Schlittelpisten, die direkt mit einer Seilbahn erreichbar sind, vermieten neben der Berg- oder Talstation auch Schlitten und Rodel. In grossen Skigebieten sind zusätzlich Sportgeschäfte im Skigebiet ansässig, die dir Schlittelgeräte vermieten. Für kleinere Anlagen ist es wichtig, dass du dich rechtzeitig informierst, wo du in der Nähe die Möglichkeit zum Mieten hast. Es ist sowieso immer eine vorherige Reservation anzuraten, da die Vorräte meist begrenzt sind.

Welche Ausrüstung benötige ich?

Neben einer warmen Bekleidung mit Handschuhen und Schal sind vor allem zwei Dinge wichtig: feste Schuhe mit griffiger Sohle und ein Helm (siehe auch Sicherheitshinweise).

 

Schlitteln by sg

Schlitteln nur mit Helm

Zum Schlitteln gehört – vor allem bei Kindern – immer ein Helm. Er schützt den Kopf vor schweren Verletzungen. Unerwartete Hindernisse, kleine Hügel oder Unebenheiten sind oft schlecht oder gar nicht erkennbar. Vereiste Stellen sind zusätzliche Gefahrenstellen.

Gutes Schuhwerk

Hohe und feste Schuhe sind das richtige Schuhwerk zum Schlitteln. Sie sollen auch unbedingt ein sehr gutes Profil aufweisen. Für die Nutzung eines Schlittens erweisen sich zudem anschnallbare Fersensporns als hilfreich beim Bremsen.

Weder Turnschuhe noch Skischuhe sind zum Schlitteln geeignet!

Sitzend schlitteln

Nicht im Liegen und schon gar nicht mit dem Kopf voraus schlitteln, sondern immer sitzend und jederzeit bremsbereit.

Verhaltensregeln einhalten

Halte die 10 Verhaltensregeln der bfu zum Schlitteln ein. Die Beratungsstelle für Unfallverhütung Bern hat Verhaltensregeln zum Schlitteln herausgegeben:

  • Auf andere Rücksicht nehmen(nicht andere gefährden)
  • Geschwindigkeit und Fahrweise dem eigenen Können anpassen, nicht mit dem Kopf voran fahren und keine Schlitten oder Rodel aneinanderbinden
  • Fahrspur des Vorderenrespektieren
  • Mit Abstand überholen(rechts und links erlaubt, aber mit Abstand)
  • Vor dem Einfahren und Anfahren (nach einem Halt) nach oben blicken (keine Gefahr für anderedarstellen)
  • Am Rand anhalten(nicht an gefährlichen oder unübersichtlichen Stellen), nach Sturz schnell die Piste verlassen
  • Am Rand auf- und absteigen, niemals auf der Piste laufen
  • Zeichen, Markierung, Signalisation beachten
  • Hilfe leistenbei Unfällen ist Pflicht
  • Personalienbei Unfällen angeben, auch als Zeuge

Schlitteln Geräte by sb 

Schlitten oder Rodel? Unterschiede

Schlitten 

Schlitteln Schlitten by sb

Schlitten sind unbeweglicher als Rodel und wegen der starren Konstruktion schwer zu steuern. Die flachen Kufen sorgen für eine grosse Auflagefläche auf dem Schnee. Da die Kufen und die eigentliche Holzkonstruktion miteinander fest verbunden sind, stehen die Kufen immer senkrecht auf dem Boden. Lenken funktioniert lediglich im Zusammenhang mit Bremsen durch den Fuss. Dadurch ist ein Schlitten auch insgesamt langsamer als ein Rodel. Enge Kurven sind praktisch nicht fahrbar.

 

Rodel

Schlitteln Rodel by sb

Im Vergleich zum Schlitten haben Rodel ein flexibles Gerüst. Rodel werden durch eine Verlagerung des Körpers und den Zug am Lenkseil präzise gelenkt. Auch enge Kurven können mit dem Rodel gefahren werden und es findet kein Geschwindigkeitsverlust durch Fussbremsen statt. Die geschwungenen Kufen sorgen für eine geringe Auflagefläche auf dem Schnee und damit für weniger Widerstand.

weitere Geräte zum Schlitteln

Auf einigen Schlittelbahnen sind weitere Schlittelgeräte erlaubt. Das trifft aber nicht auf alle Schlittelbahnen zu. In unseren Kapiteln zu den Schlittelpisten gehen wir darauf ein, falls es bekannt ist. Vorsichtshalber solltest du dich vorab bei den zuständigen Veranstaltern informieren.

Bob- oder Lenkschlitten aus Kunststoff sind nicht überall geeignet und daher oft nicht zugelassen.

Schlitteln Skibock by fb

Skibock, Balancer, Skigibel

Skibock, Balancer und Skigibel unterscheiden sich nur wenig. Sie entstanden quasi aus einem Ski und einem Sitz, sind also eine Mischung aus Ski und Schlitten.

Mit dem Balancer, Skibock oder Skigibel flitzt man den Hang dynamisch carvend hinunter. Er ist mit Gewichtsverlagerung zu lenken, zusammenklappbar und ideal für ausgedehnte Fahrten über breite Pisten. SNOOC heissen ähnliche Schlittelgeräte an der Rigi. Mit dem Skibock werden an der Tschentenalp sogar Meisterschaften ausgetragen.

 Airboard (Luftkissenschlitten)

Airboard by fs

Ein Luftkissen-Schlitten ist aufblasbar. Er wird meist als Airboard oder Snowbodyboard bezeichnet. Zwei Griffe an der Oberseite des Boards dienen zum Festhalten. Der Sportler schlittelt hier ausnahmsweise mit dem Kopf voraus und auf dem Bauch liegend. Ein Airboard wird auch als aufblasbarer Highspeed-Schlitten bezeichnet. Mit Geschwindigkeiten bis zu 100 km/h ist eine Abfahrt mit dem Airboard extrem schnell. Daher darf es nur auf speziell dafür vorgesehenen Pisten verwndet werden.

Velogemel

Nachtschlitteln Velogemel by gr

Im Berner Oberland ist ebenfalls ein neues Schlittelgerät zu finden. Es ist einem Fahrrad nachempfunden und kann wie ein Schlitten verwendet werden. In Grindelwald findet jedes Jahr Anfang Februar eine Weltmeisterschaft mit diesem Schlittelgerät statt.

Bergfink

Bergfink by do

Der Bergfink ist ein Sportrodel, der für junge Erwachsene ergonomisch gestaltet wurde. Er hat Platz für ein Kind vor dem Erwachsenen. Er ist breiter und besitzt anstelle der Stahlkufen zwei hochverschleissfeste PE-1000»-Kunststoffkufen, die besser gleiten. Sowohl für Neuschnee als auch auf Eis greift der Bergfink gut. Allerdings hat er einen hohen Abrieb und ist daher nicht umweltfreundlich. Die Kufen sind beidseitig befahrbar und können schnell ausgetauscht werden.